Hey Leute! Tut mir leid, dass dieser Post so lange auf sich warten lassen hat, aber wir hatten mal wieder kein Internet...
Ich weiß auch nicht, was da los ist, aber anscheinend hat meine Familie so eine Datenbegrenzung und jedesmal wenn jemand zu lange das Internet, den Fernseher oder das Telefon benutzt, werden wir für 24 Stunden vom Netz genommen. Da wir fünf Leute sind und der Fernseher fast ununterbrochen läuft, kommt das schon mal vor. Also bitte nicht wundern, wenn ich mal nichts von mir hören lasse! ;) Viel Spaß!
Ich schreibe das am Samstagnachmittag, aber ihr werdet es erst am Sonntagabend zu sehen bekommen, weil ich gerade im Auto sitze auf dem Weg zum Landhaus meiner Gastfamilie.
Ich bin jetzt exakt seit vier Wochen hier, also ist genau ein Drittel meiner Zeit hier jetzt vorbei.
Da wir am Anfang noch eine Woche Ferien hatten, gehe ich erst seit drei Wochen in die Schule.
Die letzte Dezember- und die erste Januarwoche sind ja auch noch frei, also habe ich jetzt noch einmal genau das doppelte an Ferien und Schule.
Ich hab euch ja schon gesagt, dass ich in diesem Post ein bisschen zusammenfassen möchte, was ich bis jetzt über meine. Aufenthalt denke.
1. Die Schule
Die Schule gefällt mir bis jetzt ziemlich gut, soweit das möglich ist. ;) Nein, aber ernsthaft, ich bin ja in Deutschland in der 9. Klasse und Mona ist hier schon in der Oberstufe, die von der Zehnten bis zur Zwölften geht.
Außerdem hatte ich in Deutschland erst seit drei Jahren Französisch, also ist das schon eine ganz schöne Herausforderung.
Das finde ich aber perfekt, denn deswegen bin ich ja hergekommen.
2. Die Umgebung
Klar, das Umfeld ist klasse, Paris ist wirklich eine schöne Stadt. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass es auch hier so kalt wird...:)
Natürlich ist es schön, bei so einem Austausch nicht irgendwo in der Pampa, sondern mitten in einer der tollsten Städte der Welt zu sein, aber ich denke nicht, dass man seinen Aufenthalt auf so etwas aufbauen sollte.
Natürlich ist es schön, jeden Tag zweimal an den tollsten Sehenswürdigkeiten von Paris vorbeizufahren und auf den Champs-Elysées Mittag zu essen, aber viel wichtiger finde ich, dass man sich in seiner Familie wohl fühlt und gerne in de Schule geht.
Wenn das zutrifft, ist die Kulisse irgendwann auch egal.
3. Das Französisch
Ehrlich gesagt, von meinen Französisch-Fortschritten bin ich bis jetzt noch nicht so begeistert. Zwar kenne ich jetzt sehr viele neue Vokabeln, da ich meine Notizen aus der Schule immer übersetze und die Wörter in ein Vokabelheft schreibe, aber das sind dann wieder nur Wörter, die man im richtigen Leben garnicht braucht.
Ich meine, wer will schon wissen, was Ketzer oder Lehnsherr auf Französisch heißt?
Ich glaube, der perfekte Zeitpunkt, so einen Austausch zu machen, ist dann, wenn man die Sprache im Grunde schon verstanden hat, aber nur noch ein bisschen Training braucht.
Wenn man eigentlich weiß, was grammatikalisch richtig ist, aber trainieren möchte, flüssig zu sprechen.
Ich persönlich hatte in der Schule noch nicht einmal alle Zeitformen gelernt, deswegen habe ich jetzt Angst, dass ich mir hier irgendwelche falschen Sachen angewöhne, die ich hinterher nichtmehr los werde.
Ich denke, ich werde einfach so lange Bücher auf Französisch lesen, bis mein Sprachgefühl so gut ist, dass ich intuitiv sagen kann, was richtig und was falsch ist. So habe ich das auch mit Englisch gemacht, und das hat meiner Meinung nach ziemlich gut geklappt.
4. Die Familie
Ich hatte das seltene Glück, dass ich meine Gastfamilie schon vorher kannte, da wir ja im Frühling schon denselben Austausch über eine Woche gemacht haben.
Das heißt, ich konnte mich schon viel besser darauf einstellen, was mich erwarten würde.
Allerdings kann ich sagen, dass es doch einen ziemlich großen Unterschied macht, ob man eine Woche oder drei Monate miteinander verbringt. Nach ein Paar Tagen ist alles noch wie ein Besuch von Verwandten, aber ich denke, erst nach frühestens zwei Wochen haben einige Mitglieder meiner Familie wirklich bemerkt, dass ich länger bleiben werde.
Ich möchte das jetzt nicht so öffentlich im Internet alles ausführen, aber ich kann sagen, dass nicht alles perfekt ist. Es ist nicht so, dass ich riesige Probleme mit meiner Familie habe, aber es gab einige Unbegründete Feindseligkeiten gegen mich, die noch nicht alle geklärt sind. Wenigstens verstehe ich mich nach wie vor super mit Mona, das ist ja das wichtigste, schließlich wird sie im Frühjahr drei Monate bei uns wohnen.
Fazit: Das erste Drittel war im Großen und ganzen so, wie ich es erwartet habe, auch wenn immer mal wieder kleine Überraschungen auftauchen. Ich denke, am wichtigsten ist es, mit so wenigen Erwartungen wie möglich in so eine Sache hineinzugehen und einfach alles so zu nehmen, wie es kommt.
Probleme und Herausforderungen gehören dazu, und man sollte auf keinen Fall ins Ausland gehen um "Urlaub" zu machen oder Schule zu "schwänzen". Wenn man es aus den richtigen Gründen macht, klappt der Rest schon von selbst.
Bis dahin, Eure Jule
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen