Dienstag, 13. November 2012

Erster Schultag

Heute war der erste Schultag hier in Paris, zumindest für mich. Für die anderen ist es mitten im Schuljahr.
Das macht den Einstieg natürlich noch ein bisschen schwieriger, aber ich glaub, das klappt schon.
Der Stundenplan hier ist ganz anders als bei uns, zum Beispiel haben wir 4 mal die Woche bis halb sechs Schule und am Samstag drei Stunden, dafür fangen wir aber auch später an und haben zwischendurch mehrere Stunden Pause.
Heute  hatten wir die erste Stunde (Deutsch) um 11:30. Das fand ich eigentlich ganz praktisch, weil ich mich so langsam eingewöhnen konnte.
Die erste Stunde war nicht besonders spektakulär. Man hört ja immer die Geschichten, von wegen, dass alle auf einen einreden und man total nervös ist und sich verläuft usw..
Das war zum Glück bei mir alles nicht so. Ich bin in Monas Klasse, das heißt, sie geht mit mir überall hin. Viele von den Leuten in ihrer Klasse kannte ich schon von der Woche im Mai oder von dem Kinobesuch in der ersten Woche und die meisten haben sich nicht sonderlich für mich interessiert.
Es war eigentlich alles relativ normal, vor allem, weil ja der Unterricht auf Deutsch war.
Da wir erst so spät angefangen haben, hatten wir schon nach der ersten Stunde Mittagspause. Da die Schule relativ viele Schüler hat und alle gleichzeitig essen, mussten wir erstmal die Hälfte unserer Mittagspause in der Schlange stehen, bevor wir bei der Kantine ankamen.
Den Rest der Pause haben wir draußen mit Monas Freunden verbracht, wo schon ganz viele Schüler versammelt waren. Das war allerdings nicht so schön, weil viele der Schüler geraucht haben, und bei so vielen Leuten auf einem Haufen summiert sich das...
In Frankreich darf man ab sechzehn Zigaretten kaufen, aber rauchen darf man sie schon ab zwölf, was ich ein bisschen krank finde, im wahrsten Sinne des Wortes...
Naja, als nächstes hatten wir dann Economie, was so was wie Politik-Gesellschaft-Wirtschaft bei uns ist.
Die Stunde war ziemlich langweilig, weil die Klasse einen Überraschungstest über den Stoff der Letzten Woche geschrieben hat, den ich natürlich nicht mitschreiben konnte. Die Zeit habe ich also mit warten verbracht.
Als nächstes stand Geschichte-Geografie auf dem Plan. Der Lehrer hat zwei Stunden etwas erzählt, von den Schülern wurde erwartet, dass sie alles mitschreiben und lernen. Das Problem war nur, dass der Lehrer relativ schnell gesprochen hat und ich aufgrund der vielen Fremdwörter so gut wie nichts verstanden habe.
Zum Glück saß Mona neben mir und hat alles mitgeschrieben, also habe ich die Stunde damit verbracht, ihre Notizen mitzuschreiben.
Zu Hause habe ich die Wörter, die ich nicht kannte (was ziemlich viele waren) übersetzt, wodurch ich erst langsam das Thema verstanden habe. :-)
Französich danach lief eigentlich genauso ab, nur das hier der Lehrer etwas über französische Schriftsteller erzählt hat.
Um halb sechs(!) war dann der Unterricht zu ende und als wir zu Hause ankamen, war es schon dunkel.

Mein erster Schultag war eigentlich komischerweise genau so wie ich gedacht hatte, das einzige, was mich noch ein bisschen nervt, ist, dass ich mich noch nicht wirklich am Unterricht und an Unterhaltungen beteiligen kann, ich bin zu sehr damit beschäftigt, zu verstehen was gesagt wird.
Ich habe allerdings das Gefühl, das wird noch besser werden, denn ich habe jetzt schon nach einer Woche schon einen feinen Unterschied bemerkt.
Ich bin gespannt, was der Rest der Woche noch so bringt, ich halte euch auf dem Laufenden!

Eure Jule


selbst in Paris ist das Wetter nicht immer schön:) (fotografiert auf dem Schulweg)

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